Trickbetrug

Trickbetrüge im Landkreis häufen sich – Banken und Sparkassen fordern niemals PIN oder TANs vom Onlinebanking

12. Februar 2021 - "Guten Tag Herr Müller, hier ist ihre Bank am Telefon. Ihr Konto wurde von Betrügern gehackt und nun sollen drei betrügerische Überweisungen von ihrem Konto abgehen."

Mit solchen oder ähnlichen Lügengeschichten versuchen Kriminelle in den letzten Wochen verstärkt im Landkreis Rhön-Grabfeld an die PIN und TANs (Transaktionsnummern) von Onlinebanking-Kunden zu kommen.

Um der Geschichte noch mehr "Glaubwürdigkeit" zu geben werden die Täter immer dreister: Oft wird am Telefondisplay die Telefonnummer der Hausbank oder der Polizei eingeblendet. Dies zeigt, mit welcher Professionalität die Kriminellen unterwegs sind.

Im Vorfeld werden zunächst sogenannte "Trojaner" auf den Computern der Opfer installiert. Mit diesen "Ausspähprogrammen" können die Täter mitlesen, wenn sich der Bankkunde in seinem Onlinebanking bewegt.

Wie im griechischen Vorbild schleusen Kriminelle unbemerkt Spionageprogramme "Trojaner" ähnlich wie Viren, auf den Computer oder das Smartphone des Kunden. Mit einem aktuellen Virenschutz sowie einigen Verhaltensregeln können sich Bankkunden wirkungsvoll schützen.

Früher fing man sich Trojaner am häufigsten mit einer E-Mail ein. Heute kommen aber auch oft sogenannte Drive-by-Infektionen vor: Beim Besuch eine harmlose Internetseite lädt sich ein dort versteckter Virus/Trojaner auf den PC oder das Smartphone. Kriminelle haben vorher die Seite gehackt und entsprechend manipuliert.

Das Schadprogramm führt selbständig unerwünschte Aktionen mit dem Kundenrechner oder Smartphone durch. Zum Beispiel durchsucht es den Rechner nach Kontoinformationen oder Passwörtern und leitet sie unerkannt an Kriminelle weiter.

Es dauert nicht lange, dann klingelt das Telefon und der vermeintliche Bankmitarbeiter begrüßt das Opfer mit freundlicher Stimme. Nun wird vorgegaukelt, dass sich angeblich "Kriminelle" am Konto zu schaffen machen. Dies könne man nur verhindern, wenn die PIN und/oder mehrere TANs vom Kunden am Telefon oder per E-Mail übermittelt werden. Die Täter sind dabei rhetorisch perfekt geschult und setzen die Kunden stark unter Druck sofort zu handeln. Sobald die leichtgläubigen Opfer die TANs durchgegeben haben, gibt es in der Regel keine Möglichkeit mehr die Machenschaften der Täter aufzuhalten. Sofort werden Überweisungen auf Konten ins Ausland, aber auch auf in Deutschland ansässige Banken durchgeführt. Die Gelder werden vom Empfängerkonto sofort abgehoben, sodass ein Rückruf der Überweisung meist nicht gelingt.

Der Vorstand der Volksbank Raiffeisenbank Rhön-Grabfeld Michael Reif weist eindringlich darauf hin, dass Banken und Sparkassen niemals nach PIN und TANs von Kunden fragen. Diese Daten dürfen keinesfalls von Kunden genannt werden. Reif vergleicht dies mit dem vorsichtigen Umgang mit der Karten-PIN für den Geldautomaten. Diese würde auch kein Kunde per Telefon oder nach einer Aufforderung am PC weitergeben.

Der Virenschutz des Rechners sollte immer aktuell sein ergänzt Sparkassendirektor Georg Straub. Sollten Kunden unsicher sein, so ist ein Anruf beim persönlichen Berater der Bank oder Sparkasse immer ratsam. Mit diesen Verhaltensregeln kann jeder Bank- oder Sparkassenkunde mit gutem Gewissen und hoher Sicherheit sein Onlinebanking weiterhin nutzen.