"Sterne des Sports" in Silber für den Lauftreff des RSV "Concordia" Wollbach

RSV "Concordia" Wollbach wurde Dritter, TSV Bad Königshofen Fünfter bei der Preisverleihung auf Landesebene

Bad Gögging (rd) Große Freude im sportlichen Wollbach: Bei der Gala anlässlich der Preisverleihung „Sterne des Sports in Silber“ für die Landesebene Bayern wurde der RSV Concordia Wollbach mit dem dritten Preis innerhalb der Bewerberschar ausgezeichnet. Insgesamt 25 Vereine, die auf regionaler Ebene bereits den „Stern des Sports in Bronze“ gewonnen hatten, waren durch eine je achtköpfige Gruppe im „The Monarch Convention Center“ in Bad Gögging vertreten bei dieser Veranstaltung, die vom TV-Profi Markus Othmer moderiert wurde und mit sportlichen Vorführungen und musikalischen Darbietungen garniert war. Mit dem Präsidenten des BLSV (Bayerischer Landessportverband) Günther Lommer war der ranghöchste Sportfunktionär des Freistaats auf der Bühne. Ehrengast aus der Politik sollte eigentlich der Innen- und Sportminister Joachim Herrmann sein, der aber wegen Verhandlungen in Berlin in Asylangelegenheiten vom Regierungsvizepäsidenten Dr. Helmut Graf vertreten wurde. Den wirtschaftlichen Part übernahm der Vorstand des GVB (Genossenschaftsverband Bayern) Dr. Alexander Büchel. Und den sportlichen Touch brachte schließlich als Schirmherrin die Olympiasiegerin im Eisschnelllauf Anni Friesinger-Postma auf die Bühne, die weniger über ihre Karriere, als ihr Leben danach auf einem Bauernhof ihres Mannes in Holland und ihre Familie berichtete. 25 Mal posierte sie mit einer Engelsgeduld bei den offiziellen Vereinsfotos sowie bei den privaten Selfies. Die vielen Vertreter von Funk, Fernsehen und der Presse gaben Lommers Worten Inhalt: „So eine mediale Präsenz für Vereine Ihrer Kategorie gibt es sonst nirgends wie hier in Bad Gögging und beim Bundesentscheid im Januar in Berlin mit dem Herrn Bundespräsidenten Gauck.

Die Sterne des Sports sind ein seit 2004 existierendes Kooperationsprojekt, ein Wettbewerb des DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) und der Genossenschaftsbanken in Deutschland. Mit ihnen wird das besondere gesellschaftliche Engagement von Sportvereinen ausgezeichnet und mit Geldpreisen prämiert. Lommer hob hervor, dass allein in Bayern fünf Millionen Menschen in 17000 Sportvereinen organisiert seien, bei denen es, so Alexander Büchel, „eine wesentliche Übereinstimmung mit dem genossenschaftlichen Prinzip Friedrich Wilhelm Raiffeisens gibt: Hilfe zur Selbsthilfe – Was der Einzelne nicht schafft, schaffen wir gemeinsam.“

Ausgezeichnet wurden auf der Bühne letztlich alle Vereine für ihre Projekte, Aktionen oder ihr nachhaltiges Wirken. Wobei Letzteres einzig bei der Bewerbung aus Bad Königshofen im Vordergrund stand: Die „Nachhaltigkeit und grenzenlose Vielfalt in der Jugendarbeit des Familienbetriebs Tischtennisabteilung TSV Bad Königshofen“. Eine leichte Enttäuschung konnten die Mitglieder der Königshöfer Delegation, die von der ehemaligen Genobank Rhön-Grabfeld mit dem Stern in Bronze belohnt worden war, nicht verhehlen. Man bekam aber doch noch Grund zur Freude über den Coup der Gruppe vom Tisch nebenan, den Wollbachern und ihren Begleitern der ehemaligen VR-Bank Rhön-Grabfeld. Pikanterweise haben beide Banken ja erst vor Kurzem die juristische Fusion vollzogen und schickten somit als als neue Volksbank Raiffeisenbank Rhön-Grabfeld e.G. gleich zwei Kandidaten ins Rennen.

Für 50 Jahre intensive und erfolgreiche Jugendarbeit erhielten die Bad Königshöfer einen fünften Platz, zusammen mit elf anderen Vereinen. Zehn weitere wurden Vierte. Und als nur noch drei übrig blieben, war der RSV Wollbach immer noch nicht genannt. Der „Blickpunkt Sport“-Moderator Markus Othmer lancierte dann die Spannung im Convention Center geschickt zum Höhepunkt hin, indem er zunächst die drei Ersten auf die Bühne bat und alle drei in beliebiger Reihenfolge mit ihrem Projekt vorgestellt wurden. Die endgültige Reihenfolge ergab schließlich den TuS Traunreuth (1500 € für ein Rehasport-Projekt) als Zweiten und den TV 1848 Erlangen (2000 €, Othmer: „Wiederholungstäter“) mit einem Behindertensport-Projekt als Sieger und Bayerns Vertreter in Berlin.

Mit seiner Aktion „Wollbach läuft“ errang der RSV Concordia Wollbach (1000 €) den 3. Platz auf der Landesebene Bayern. „Die Idee dazu entstand bei den Vorbereitungen zum 90-jährigen Vereinsjubiläum“, beschrieb eine Frauenstimme in der Powerpoint-Präsentation die Bilder aus Wollbach. Ziel sei es gewesen, Erwachsene, Jugendliche und Kinder in Bewegung zu bringen. Statt eines Festes wollte der Verein für seine Mitglieder ein sportlich abwechslungsreiches Jahr organisieren mit dem Rhön-Grabfeld-Cup als Jubiläumslauf. Drei Monate vor dem Lauf wurden Trainingspläne aufgelegt, die sich an dem Lauf-10-Programm orientierten, das Sportmediziner der TU München entwickelt haben. Am Ende gingen 150 Läufer an den Start. Seitdem wird die Laufbegeisterung in Wollbach hochgehalten.“ Es gebe inzwischen auch einen Sylvesterlauf und sogar eine eigene Laufstrecke, die Wollbacher Dorfstrecke. Andreas Stubenrauch erklärte im Interview mit Markus Othmer, „nach dem Motto, wollen Sie den Chef sprechen oder jemanden, der sich auskennt“, nähere Details. Am Anfang seien es drei oder vier in einer Laufgruppe gewesen, von Beginn an mit Michaela Greier als Initiatorin. Das Ganze habe sich weiter entwickelt bis hin zu einem regelmäßigen Kinder-Lauf-Treff. Da seien Kinder aus dem Vorschulalter dabei, nach oben gebe es keine Grenzen. „Inzwischen ist Laufen Dorfsache.“ Grenzenlos war dann auch der Jubel an Tisch 2, direkt vor der Bühne. Die insgesamt 650 Kilometer nach Bad Gögging mit Rückkehr um Mitternacht hatten sich wirklich gelohnt.