"Frist für Sepa-Umstellung läuft bald ab – Vereine und Unternehmen müssen jetzt handeln"

Bad Neustadt, 4. Dezember 2013

Zum 1. Februar 2014 wird der bargeldlose Zahlungsverkehr in Europa vereinheitlicht. Dann gelten in 32 Ländern die Regeln der Single Euro Payments Area (Sepa) und es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Inlands- und Auslandsgeschäften. Vor allem bei Lastschriftverfahren wird es durch Sepa etliche Neuerungen geben.

„Viele Vereine und Unternehmen haben sich darauf leider noch nicht genügend einstellt“, sagt Reiner Türk, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Rhön-Grabfeld eG.

Frage: Herr Türk, die Sepa-Uhr tickt, aber nicht alle hören sie. Die Bundesbank mahnt Unternehmen und Vereine dringend, endlich tätig zu werden und die Voraussetzungen für die Teilnahme am einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum Sepa zu treffen. Zu Recht?

Türk: Ja, die Deutsche Bundesbank mahnt absolut zu Recht. Die Uhr tickt schon seit Jahren und bereits 2012 wurde angekündigt, dass der finale Umstellungstermin 1. Februar 2014 unbedingt eingehalten werden müsse. Bis dahin sind es nur noch wenige Wochen. Nun gilt es, die Unternehmen und Selbstständige, aber auch die Vereine zu aktivieren.

Frage: Was ist zu veranlassen?

Türk: Einer der ersten Schritte zur Umstellung des Zahlungsverkehrs auf Sepa besteht darin, eine Identifikationsnummer – Gläubiger ID – bei der Bundesbank zu beantragen. Das betrifft nur diejenigen Unternehmen und Vereine, die künftig Lastschriften einziehen werden, was aber überwiegend der Fall sein dürfte.

Frage: Größere Unternehmen liegen gut im Zeitplan. Besonders kleinere Unternehmen hinken nach. Was lässt diese bei der Umstellung zögern?

Türk: Sepa ist nicht mit der Jahrtausend- oder der Euroumstellung vergleichbar. Das neue Zahlungsverkehrsverfahren ist wesentlich komplexer. Es bedarf nicht nur eines neuen Briefkopfes, die Umstellung betrifft vor allem die Buchhaltungs- und Zahlungsverkehrsprozesse. Neben dem Finanzbuchhaltungswesensystem muss auch die Zahlungsverkehrssoftware, die den Kunden mit der Bank verbindet, angepasst werden. Nicht selten kommt es dabei zu Verzögerungen bei Auslieferungen durch die Softwarehersteller, so dass sich die davon abhängigen Prozesse verzögern.

Frage: Die Sepa-Umstellung ist aufwendig. Bringt Sepa den Unternehmen und Vereinen auch Vorteile?

Türk: Durchaus. Künftig haben es die Unternehmen bei Zahlungen innerhalb des Sepa-Raums – zu dem neben den 28 EU-Ländern auch die Schweiz, Monaco, Norwegen, Island und Lichtenstein gehören – nur noch mit einem Format zu tun. Zugleich entfällt die Betragsgrenze, die bisher bei 50.000 Euro je Zahlung lag. Zudem werden die Zahlungen den Empfänger aufgrund einer höheren Geschwindigkeit in maximal zwei Tagen erreichen. Der Zahlungsverkehr kann effizienter durchgeführt werden. Und die Insolvenzfestigkeit der Sepa-Lastschrift sowie die Erhöhung der Rückgabefrist auf 13 Monate für die Unternehmen bedeuten eine Reduktion des Risikos.

Frage: Für Vereine gelten die gleichen Sepa-Anforderungen wie für Unternehmen?

Türk: Bei Unternehmen und Vereinen macht das Gesetz keinen Unterschied. Das stößt bei Vereinen oft auf Unverständnis.

Frage: … und Privatkunden?

Türk: Privatkunden brauchen sich dagegen nicht selbst um die Umstellung ihrer Zahlungen auf das Sepa-Format zu kümmern. Sie müssen sich nur an ihre 22-stellige neue Kontonummer gewöhnen und haben dazu bis 2016 Zeit.

Frage: An wen können sich Kunden der VR-Bank Rhön-Grabfeld mit Fragen wenden?

Türk: An die zuständigen Berater und Filialmitarbeiter der VR-Bank Rhön-Grabfeld.