Endlich haben wir es geschafft

Doch bis dahin war es ein weiter Weg....

Wir schreiben den Sommer 2016. Im Schwimmbad hört man das Geschreie der kleinen Kinder, alle wollen die Sonnenstrahlen genießen, bevor wieder der kalte Herbst kommt. Alle? Ja wirklich alle. Bis auf vier kleine Ausnahmen, nämlich Eva, Lisa, Michelle und Florian. Wir sitzen an unseren Schreibtischen und schauen sehnsüchtig aus dem Fenster. Ihr fragt euch was wir gerade tun? Lernen! Ja, wir lernen bei dem schönen Wetter für unsere Abschlussprüfung. Unsere Freunde sind im August alle in den Urlaub gefahren, aber wir lernen in unserem zweiwöchigem "Sommerurlaub" für unsere Abschlussprüfung im November. Ihr glaubt uns das nicht?

Wir können euch verstehen, denn eigentlich lagen wir fast die ganzen zwei Wochen nur in der Sonne und haben die letzten Wochen ohne lernen genossen. Wir haben ja noch genug Zeit. :-)

Dachten wir zumindest...

Bis dann die stressigen Wochen vor der Abschlussprüfung kamen. Wir waren die ganze Zeit unterwegs. Zwei Wochen anstrengende Berufsschule mit zusätzlichen Schulaufgaben und Exen, danach nochmal zwei Wochen Seminar in Beilngries mit anschließender Prüfung und dann folgten natürlich noch weitere Wochen Berufsschule, die nicht weniger anstrengend waren. Das zusätzliche WiSo-Seminar (Wirtschaft & Sozialkunde) in Beilngries durfte da dann auch nicht fehlen. Am 07.11. begann unser letzter Berufsschulblock. Das waren auch zugleich die intensivsten Wochen, in denen wir lernten. Zusammen mit den Berufsschullehrern lösten wir alte Prüfungen und haben diese besprochen. Wir merkten schnell, wo unsere Lernlücken waren, aber auch was wir schon richtig gut beherrschten. Nach einem anstrengenden Berufsschultag ging es für uns am Nachmittag mit dem Lernen und der Stoffaufarbeitung weiter. Ein paar Prüfungen später wurde uns bewusst, dass die meisten Prüfungen nach demselben Schema aufgebaut waren. Das vereinfachte uns das Lernen.

Der Tag vor der Prüfung... Tränen wurden vergossen und wir waren schweißgebadet... Aber das ist der „ganz normale Wahnsinn“ vor der Prüfung. Wir dachten, wir können gar nichts mehr. Zudem haben wir uns gegenseitig nur noch mehr verrückt gemacht.

Die Tage der Prüfungen... Wir standen vor unserem Klassenzimmer und schauten uns nochmal unsere Lernzettel an, bis endlich das Klassenzimmer geöffnet und die Prüfungen ausgeteilt wurden.

Nach 120 Minuten Bankbetriebswirtschaft und jede Menge „Köpfe rauchen“ haben wir den ersten Tag unserer Abschlussprüfung gemeistert. Jetzt fehlte nur noch die 60-minütige Rechnungswesen und Wirtschaft- und Sozialkundeprüfung, die am zweiten Tag geschrieben wurde. Nach den Prüfungen waren wir alle überglücklich, dass zumindest der schriftliche Teil der Abschlussprüfung geschafft war.

Nun folgte „nur“ noch unsere mündliche Prüfung. Darauf bereiteten wir uns mit unseren Beratern und selbst geführten Beratungsgesprächen vor. Dazu kamen noch die Schulungen in der Bank zur Prüfungssimulation und Beratungsvorbereitung. Wir aktualisierten unsere Beratermappen und verglichen diese untereinander. Die Vorbereitungszeit für die mündliche Prüfung lief ruhiger ab, als bei unserer schriftlichen Abschlussprüfung.

Für unsere Prüfung wurden wir in die Sparkasse Bad Neustadt eingeladen, um dort unser Beratungsgespräch zu führen. Natürlich waren wir am Anfang wieder viel zu aufgeregt. Vielleicht hat uns das aber auch genau geholfen, unsere Prüfung so gut zu meistern.

Nach unserer bestandenen Prüfung gingen wir ganz stolz in die Bank, um dort mit unserer Ausbilderin Frau Schwarz anzustoßen. Natürlich war der Sekt alkoholfrei : -). Das Gefühl, endlich bestanden zu haben und jetzt endlich Bankkauffrau zu sein, war phänomenal. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschieden wir uns nun von unserer schönen Ausbildungszeit. Wir freuen uns auf den vor uns liegenden neuen Lebensabschnitt, denn wir drei Mädels sind jetzt in unserer Bank in der Serviceberatung tätig. Unser Mitazubi Florian hebt jetzt erstmal in die Lüfte ab, denn er hat sich entschieden, bei einer Fluggesellschaft als Flugbegleiter zu arbeiten. Wir sind sehr gespannt, was uns allen die Zukunft so bringen wird.

Damit verabschieden wir uns.

Eure Lisa, Eva-Maria und Michelle